In sieben Unterrichtsstunden pro Woche wird seit dem Schuljahr 2013/14 selbstständig und eigenverantwortlich gelernt. Ein Teil dessen, was die Lehrerinnen und Lehrer bisher im „normalen“ Unterricht gemacht haben, wird nun von den Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-10 selbst erarbeitet. Diese Stunden heißen SELF-Stunden. SELF steht für: selbstständiges Lernen fördern.
Hierfür gibt es viele Gründe und wissenschaftliche Belege:
Sie bekommen für jedes Fach einen Arbeitsplan, in dem verschiedene Aufgaben zusammengestellt sind. Das Kollegium der Gesamtschule Horst hat gemeinsam viel Zeit darauf verwendet, vielseitige Aufgaben zu entwickeln, die die Schülerinnen und Schüler in den SELF-Stunden bewältigen sollen. Etliche Aufgaben müssen von allen gelöst werden, andere kann man sich aussuchen, Zusatzaufgaben für Schnellere sind auch vorhanden. Bei der Aufgabenbearbeitung erhalten die Schülerinnen und Schüler Hilfe, wenn sie wollen, aber erst, wenn ihnen die Lösung allein nicht gelingen will. Sie können sie aber auch im Silentium (Ruhearbeitsraum) ganz alleine lösen. Die Arbeitspläne geben außerdem einen Einblick, was parallel im Unterricht erarbeitet wird und was in der nächsten Klassenarbeit Thema ist.
In den Methodentagen zu Beginn des Schuljahres 2013/14 sind die Jahrgänge 5-9 von ihren Klassenlehrern auf die SELF-Stunden vorbereitet worden: Wie sie ablaufen, wie die Arbeitspläne aussehen, welche Regeln es gibt und vieles mehr. Außerdem wurde das selbstständige Arbeiten mit den Plänen eingeübt. Zudem haben sie sich mit dem SELF-Planer vertraut gemacht, der ab diesem Schuljahr in der Tasche jeden Schülers zu finden ist.
Der SELF-Planer ist die Gebrauchsanweisung für die neuen Lernzeiten und als solche auch für die Eltern von Interesse. In der Planungsstunde zu Beginn der Woche tragen die Schülerinnen und Schüler in den Planer ein, in welchen SELF-Stunden sie was machen wollen und ob sie in einem der Zusatzräume (Silentium, PC-Raum, Praxisraum) arbeiten wollen. Darüber hinaus nutzen wir den SELF-Planer als ein unkompliziertes und schnelles Kommunikationsmittel. Die Eltern erfahren, wie oder gar ob ihr Kind gearbeitet hat, der Klassenlehrer erfährt, wie fleißig seine Klasse gearbeitet hat und beide können den Planer für Mitteilungen an einander nutzen. Darüber hinaus enthält er viele Informationen, die für alle Mitglieder der Schulgemeinde wichtig sind.
Der AG Lernzeiten, die regelmäßig an der Optimierung unseres SELF-Konzepts arbeitet, ist es wichtig, allen Interessenten einen Einblick in die Praxis zu gewähren. An dieser Stelle finden Sie einen Link zu einer kurzen Praxismitschau
Die Schüler organisieren die SELF-Stunden in der Regel selbstständig, d.h. sie entscheiden, woran, wo und wie sie arbeiten wollen. In manchen Klassen werden die SELF-Stunden mit einer Phasenuhr strukturiert, die im Wechsel Stillarbeits-, Organisations- und Gruppenarbeitsphasen vorgibt.
Im Silentium herrscht absolute Ruhe, wohingegen es im Praxisraum auch mal lauter zugehen kann. Hier können die Schülerinnen und Schüler Szenen, Rollenspiele oder Präsentationen einüben.
Wir Lehrer haben das SELF-Projekt mit großen Erwartungen und großer Spannung erwartet. Wir hoffen, dass wir Ihre Kinder mit ihnen individueller, passgenauer und erfolgreicher fördern können als bisher. Eine erste große Evaluation über unsere SELF-Stunden ist auch bereits erfolgt. Über die Ergebnisse dieser Untersuchung kann man sich hier informieren.